Die meisten Lebensmittel holen Lebensmittelretter*innen der Initiative foodsharing.de bei deren Kooperationsbetrieben ab. Das sind in Stuttgart etwa 80-90 Stück, von Bäckereien über Supermärkte und Biomärkte bis hin zu Cafés und Restaurants. Im Café landet natürlich nicht alles, denn foodsharing hat in Stuttgart neben Raupe Immersatt noch viele weitere Fairteiler in anderen Stadtteilen. Außerdem bringen auch Privatpersonen sowie einige Gastronomie- und Cateringbetriebe in der unmittelbaren Nachbarschaft, aber auch aus anderen Stadtteilen, regelmäßig ihre Überschüsse selbst vorbei.

Nein – wir erhalten die Lebensmittel kostenlos von Betrieben und Privatpersonen und teilen sie deshalb auch kostenlos. Wir wollen Lebensmitteln wieder einen ideellen Wert geben, und das geht am besten ohne Preis.

Wir erhalten viele Lebensmittel, die direkt im Café verzehrt werden können (z.B. süße Stückchen, Kuchen, Obst, auch bereits fertig gekochte Gerichte wie Suppen). Darüber hinaus gibt es auch ganz viele Lebensmittel im Fairteiler, die erst zubereitet werden müssten und daher zur Mitnahme gedacht sind (z.B. Gemüse, Salate, Trockenware wie Reis oder Nudeln). Es gibt aber genauso die Möglichkeit, dass du dir für die Brote aus dem Fairteiler z.B. Aufstriche mitbringst und dann dein eigenes kleines Mahl anmachst.

Selbstverständlich! Genau das ist die Idee unseres Cafés – ein Ort, an dem wir alle miteinander teilen. Wenn du Reste von deiner Geburtstagsparty hast oder noch überschüssiges Obst und Gemüse, bevor du in Urlaub fährst: Wirf’s nicht weg, sondern komm vorbei 🙂 Es hängt allerdings ein bisschen davon ab, welche Lebensmittel du gerne teilen möchtest, denn wir machen aus Sicherheitsgründen ein paar Ausnahmen (s. nächste Frage).

Aus Gründen der Lebensmittelsicherheit haben wir hier feste Vorgaben, was wir teilen und was nicht. Manche Lebensmittel sind einfach schneller verderblich. Bei anderen können wir nicht zu 100% rückverfolgen, von wann die Lebensmittel stammen und wie sie gelagert wurden. Daher orientiere dich bitte an folgenden Regeln:

  • Keine Brühwurstprodukte nach Ablauf des MHDs (z.B. Wurststreifen für Salat, Wiener, Mortadella, Lyoner, Leberkäse)
  • Keine Lebensmittel mit Verbrauchsdatum
  • Keine rohen Eier oder Speisen mit rohen Eiern (z.B. Mousse au Chocolat)
  • Kein gekochter Reis
  • Keine Produkte aus nicht erhitzter Rohmilch

Falls du unsicher bist, kannst du auch gerne unser Team an der Bar direkt fragen oder kurz anrufen (0711-23097922).

Die absolute foodsharing-Spezialfrage! Hier kannst du unterscheiden zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum (kurz: MHD) und Verbrauchsdatum. Bei Raupe Immersatt teilen wir nur Lebensmittel mit MHD, nicht aber mit Verbrauchsdatum. Wie der Name schon sagt, steckt beim MHD das Wort „Mindest“ darin. Das heißt, bis zu welchem Datum das Lebensmittel MINDESTENS haltbar ist ohne wesentliche Geschmacks- und Qualitätseinbußen oder ein gesundheitliches Risiko. Ein Großteil der Lebensmittel ist aber unter korrekter Lagerung viel länger genießbar. Voraussetzung für’s Teilen bei uns ist, dass z.B. bei Milchprodukten die Kühlkette eingehalten wurde und bei Trockenware wie Mehl oder Reis keine Feuchtigkeit an die Ware gelangte. Jedes Lebensmittel wird genauestens geprüft, bevor wir es im Fairteiler teilen. Schau‘ mal hier vorbei und staune, wie lange sich manches wirklich gut hält. Anders verhält es sich hingegen mit Produkten, auf denen ein Verbrauchsdatum vermerkt ist. Das sind oft schnell verderbliche Produkte wie z.B. Hackfleisch oder Fisch, die nach Ablauf ein gesundheitliches Risiko darstellen können. Achtung dort bitte!

Dazu muss man wissen: Wir erhalten die Lebensmittel ja, BEVOR sie im Müll gelandet wären. Niemand von uns fischt da irgendetwas aus der Tonne heraus 😉 Wir teilen nur Lebensmittel, die zu 100% noch genießbar sind. Sobald die Lebensmittel bei uns eintreffen, prüfen wir sie dann in aller Ruhe in der Küche, bevor sie in den Fairteiler wandern. Dazu haben wir gemeinsam mit dem Stuttgarter Lebensmittelüberwachungsamt sowie einem Lebensmittelchemiker Grundlagen erarbeitet, die wir bei der Prüfung jedes Lebensmittel individuell anwenden. Auch unsere Mitarbeiter*innen durchlaufen Schulungen und lernen, worauf beim Thema Lebensmittelsicherheit zu achten ist, z.B. was Schimmel ist, wie man ihn erkennt, wie Lebensmittel gelagert werden müssen, um die Haltbarkeit zu verlängern uvm. Kein Grund zur Sorge also 🙂

foodsharing sieht sich nicht als Konkurrenz zu den Tafeln, sondern als bereichernde Ergänzung. Teilweise gibt es auch Kooperationen zwischen den beiden Organisationen und foodsharing holt bei den Tafeln die nicht verkauften Lebensmittel ab. Generell gibt es bei den Tafeln andere Regularien – bspw. werden bei der Schwäbischen Tafel in Stuttgart keine Lebensmittel mit überschrittenem MHD oder bereits zubereitete Speisen wie belegte Brötchen verkauft. Hier wiederum setzt foodsharing an. Wir haben gemerkt: Das Problem erstreckt sich flächendeckend – trotz dem punktuellen Engagement der Tafeln und foodsharing findet noch viel zu viel Verschwendung statt und wir können gar nicht alles retten. Niemand schnappt also irgendjemandem hier was weg 🙂

Du kannst selbst ehrenamtliche*r Lebensmittelretter*in bei foodsharing werden. Nach bestandenem Quiz, in dem du Fragen zu Lebensmittelsicherheit und Verhalten bei Abholungen richtig beantwortet hast, begleitest du andere erfahrene foodsaver bei 3 Einführungsabholungen. Anschließend erhältst du einen offiziellen foodsharing-Ausweis und darfst dich bei den Abholungen der Kooperationsbetriebe selbstständig anmelden. Mehr dazu hier. Wenn du dann Lebensmittel rettest, kannst du sie ganz einfach zu Raupe Immersatt bringen und sie hier fairteilen.