GETRÄNKE

UNSER SORTIMENT

Neben dem Fairteiler bieten wir an der Bar besondere und hochwertige Getränke an, die wir mit Liebe und Sorgfalt ausgewählt haben. Dabei legen wir Wert auf bestimmte Dinge, die wir hier im Einzelnen erläutern. Regelmäßig gibt’s außerdem saisonal passende Aktionsgetränke – unser Team berät dich hier gern!

DU BEZAHLST BEI UNS, WAS ES DIR WERT IST

Bei uns gibt es keine festen Preise. Mit diesem offenen Preismodell halten wir die Flagge der Solidarität hoch, denn wir möchten, dass alle Menschen an unserem Café teilhaben können. Gäste, die mehr zahlen können, ermöglichen anderen Gästen somit die Teilhabe und wir tragen sämtliche Ausgaben als Gemeinschaft. Wir regen an, sich dem eigenen Konsum bewusst zu werden und darüber nachzudenken: Was ist mir dieses Getränk eigentlich Wert und warum? Du finanzierst mit deinem Beitrag nicht nur das so eben gekaufte Getränk, sondern trägst zum Erhalt von Raupe Immersatt bei und unterstützt uns bei der Zahlung all unserer Kosten wie Löhne, Miete und Betriebskosten. Mehr dazu im FAQ unten auf dieser Seite.

ÖKOLOGISCH

Viele der Produkte in unserem Sortiment stammen aus dem Bio-Handel. Die Getränke zeichnen sich durch eine umweltschonende Produktion aus und bedienen sich aus Zutaten der ökologischen Landwirtschaft. Dort wird zum Beispiel auf Kunstdünger und Pestizide verzichtet – das ist besser für unser Klima und trägt zur Erhaltung der Artendiversität in der Natur bei. Richtig lecker, ohne unnötigen Schnickschnack wie Zusatzstoffe und größtenteils auch vegan.

REGIONAL

Wir achten bewusst darauf, dass unsere Getränke und deren Zutaten keine langen Transportwege hinter sich bringen mussten. Denn der immense Ausstoß von Treibhausgasen lässt das Klima immer wärmer werden. Da möchten wir nicht noch unnötig selbst zu beitragen und setzen daher auf Regionalität. So stammen die meisten unserer Produkte aus Südeutschland, ein Großteil sogar aus der näheren Umgebung um Stuttgart. Für unsere Fruchtsaftschorlen wird zum Beispiel ausschließlich Obst aus Deutschland verwendet, in unserer Mate ist Rübenzucker aus Baden-Württemberg enthalten und kein Wein in unserem Sortiment ist weiter als 50km gereist.

SOZIAL & KORREKT

Zudem liegt uns eine nachhaltige Wirtschaftsstruktur am Herzen. Wir möchten gerade in der Getränkebranche, die extrem durch den Mengenabsatz aufgebauscht ist, Akteure unterstützen, die sich bewusst einer anderen Art zu wirtschaften verschrieben haben. So findet ihr bei uns Produkte von wirtschaftlich unabhängigen Marken jenseits der großen Lebensmittelindustrie. Besonders angetan sind wir von zwei ganz wunderbaren Sozialunternehmen, die korrekte Biere und Limos produzieren und dabei ökologische, ökonomische und soziale Aspekte entlang der gesamten Wertschöpfungkette möglichst nachhaltig für die Gesellschaft gestalten. Cheers!

FAIR

Beim Kaffee ist es leider schwierig, Regionalität zu wahren, denn er wächst ausschließlich in Ländern des globalen Südens rund um den Äquator. Zudem kommt ein anderes Dilemma hinzu: Exportiert werden aus diesen Ländern oft nur die rohen Bohnen. Die Weiterverarbeitung erfolgt aber dann direkt bei Röstereien z.B. hier in Deutschland. Davon profitieren die Beschäftigten in den Anbauländern selten und der Großteil des Gewinns der Vermarktung bleibt bei den Röstereien. Wir kennen aber schon echt coole Konzepte, bei denen die meiste Wertschöpfung vor Ort stattfindet und dadurch die dortigen Lebensbedingungen enorm gestärkt werden. Das unterstützen wir gerne :-)

Da Lebensmittelverschwendung schwer planbar ist (und wir dazu beitragen wollen, dass weniger bei Betrieben anfällt!), wäre es logistisch sehr kompliziert, damit das Getränkesortiment zu gestalten. Wir kaufen daher alle Getränke regulär bei verschiedenen Händler:innen und Marken ein. Das ermöglicht uns zudem, die Auswahl nach unseren Wertvorstellungen einer sozial-ökologischen Welt zu treffen. Entdecke auf dieser Seite mehr dazu und lass dich inspirieren!

Wir verstehen, woher die Frage kommt. Viele Gäste haben Sorge, am Ende „zu wenig“ zu zahlen und gehen davon aus, dass wir als Café einen bestimmten Wert erwarten. Mit dem Konzept verunsichern und verwirren wir und heben übliche Preislogiken der verbreiteten Marktwirtschaft auf – und genau das ist unsere gewollte Absicht 😊 Aber du musst wissen: Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ und wir wollen den von dir gezahlten Preis nicht bewerten. Viele Gäste wollen sich mit der Frage vergewissern, ob sie damit die Kosten des Cafés decken. So sind unsere „Richtpreise“ entstanden (zugegebenermaßen nicht der optimalste Name, aber etwas knackigeres, ähnlich kurzes ist uns noch nicht eingefallen).

Neben der finanziellen Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft gibt’s da noch einen weiteren Grund: Preise können manchmal echt fragwürdig sein oder sich sehr unangemessen anfühlen. Vor allem wenn wir wissen, was oder wen wir damit am Ende finanzieren und uns das eigentlich nicht gefällt oder sich das unfair anfühlt. Da schlagen leider die Schmerzen unseres kapitalistischen Systems ein, das auf den Profit Einzelner ausgelegt ist. Durch die Form unseres gemeinnützigen Vereins, bei dem alle Teammitglieder (auch diejenigen in Hauptverantwortungs- Rollen) angestellt sind, bereichern sich am Ende nicht Einzelne. Fallen Überschüsse an, gehören diese dem Verein und werden in die Weiterentwicklung des Konzepts gesteckt.

Wir benötigen jeden Monat einen bestimmten Betrag, um Löhne, Miete, Einkauf und laufende Betriebskosten zu finanzieren. Ausgehend von diesen Gesamtkosten und vergangenen Gästezahlen haben wir sogenannte Richtpreise ermittelt. Sie geben an, welcher Preis im Durchschnitt nötig wäre, damit sich das Café langfristig trägt. Richtpreise sind dabei keine festen Preise und keine Erwartung, sondern eine Orientierung. Sie sollen transparent machen, was ein Produkt oder ein Besuch im Café wirtschaftlich kostet – nicht, was jede einzelne Person zahlen muss. Da sich Einkaufspreise, Energiekosten und Löhne verändern, haben wir die Richtpreise im Laufe der Zeit angepasst. Sie spiegeln also immer wieder neu die tatsächliche Realität unseres Betriebs wider. Nach dem solidarischen Konzept gilt: Manche Menschen können mehr als den Richtpreis geben, andere weniger. Beides ist Teil desselben Systems. Über alle Besucher:innen hinweg gleicht sich das aus – und das ist toll :)

Das wäre doch zu einfach! Grund dafür ist, dass wir zwar für unseren Erhalt davon abhängig sind, die Richtpreise im Durchschnitt mit allen Gästen zu erzielen. Doch sind wir mal ehrlich: Würde der Großteil sich nicht von einem solchen Anschrieb zu arg beeinflussen lassen? Für Menschen mit weniger Budget kann dadurch ein schlechtes Gefühl entstehen, wenn sie unter diesem Richtpreis zahlen. Außerdem verursacht es einen normativen Druck, einen bestimmten Wert zu zahlen. Auf der anderen Seite sind wir sicher, dass die Reflexion von Menschen mit größerem Geldbeutel nicht so stark angestoßen wird und sie sich sehr an diesen Preis klammern. Das Konzept kann sich aber nur in der Waage behalten, solange Menschen auch deutlich über den Richtpreisen zahlen.

Auch hier gibt’s oft Missverständnisse und wir sorgen gern für mehr Verständnis. Ein gemeinnützig eingetragener Verein muss Einnahmen und Ausgaben steuerrechtlich vier unterschiedlichen Bereichen zuordnen: Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb, Zweckbetrieb, ideeller Bereich und Vermögensverwaltung. Die gastronomische Tätigkeit, also der Verkauf von Getränken im Café, fällt in den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. D.h. dieser Bereich wird steuerrechtlich wie andere wirtschaftlich tätige Unternehmen behandelt – ohne jegliche steuerliche Vorteile. Im Konkreten sind das die Umsatzsteuer auf unsere Erlöse, die Gewerbesteuer und die Körperschaftssteuer. In den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb fallen auch alle Löhne und Gehälter der Angestellten des Cafés. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir müssen von sämtlichen Getränkeeinnahmen 19% Mehrwertsteuer ans Finanzamt zahlen. Eine Spende erfolgt immer freiwillig ohne Gegenleistung. Spendengelder, die wir als Verein auch empfangen dürfen, können nur zur Finanzierung unserer ideellen Vereinsarbeit genutzt werden (z.B. zur Finanzierung von Bildungsworkshops oder Kunst- und Kulturveranstaltungen).

Unser Preismodell basiert auf Vertrauen, Wertschätzung und der Annahme, dass Menschen fair handeln, wenn sie die Chance dazu haben. Sicherlich gibt’s mal Einzelfälle und Menschen, die die finanzielle Freiheit zu ihrem persönlichen Vorteil ausnutzen. Das schadet langfristig nicht nur unserem foodsharing-Café, da wir dadurch umso mehr Menschen benötigen, die monetär zahlungsbereiter sind, um kostendeckend wirtschaften zu können. Gleichzeitig gefährdet es die Teilhabe von Menschen, die wirklich nicht mehr zahlen können und damit ein gemeinnütziges Café in der Stadt verlieren können, in dem sie auch mit kleinem Geldbeutel in den Genuss nachhaltiger Getränke und eines Gastronomie-Erlebnisses kommen können. Bitte geh‘ ehrlich in dich, was du tatsächlich zahlen kannst.

Ja, das ist möglich. Reicht es der Raupe dauerhaft zum Überleben, wenn das sehr regelmäßig passiert? Nein. Wollen wir Menschen mit super geringen finanziellen Mitteln deshalb ausschließen, wenn sie nicht mehr zahlen können? Nein! Für uns geht’s am Ende um Wertschätzung und die kann auch mit 10 Cent vermittelt werden. 10 Cent bedeuten aber gleichzeitig, dass wir fast den doppelten Richtpreis benötigen, um die Kosten zu decken. Somit ist es keine Frage, die wir direkt beantworten können, sondern es hängt von der aktuellen Gästezahl ab. Wir vertrauen sehr auf Ehrlichkeit untereinander und laden dich auch mit wenig Geld ein, zu uns zu kommen. Es gibt keinen Konsumzwang und sogar kostenloses Leitungswasser :)

Erst mal: Dickes Sorry, wenn das wirklich passiert ist. Es tut uns leid, wenn du keine gute Erfahrung gemacht hast. Wir können die Situation im Rückblick nicht genau rekonstruieren, wir nehmen Kritik aber immer ernst, setzen uns damit auseinander und lernen dazu. Unser Preiskonzept erlaubt immer, den Preis selbst zu bestimmen und es gibt keine Pflicht, eine bestimmte Summe zu zahlen. Wir setzen auf Ehrlichkeit und vielleicht hilft dir folgende Perspektive: Im Café arbeiten Menschen, deren Einkommen vom wirtschaftlichen Erfolg des Cafés abhängt. Manchmal entsteht ein Blick oder eine Geste, die falsch rüberkommt, obwohl keine böse Absicht dahintersteht. Einzelne Unsicherheiten oder Missverständnisse können passieren, sie machen das Preiskonzept jedoch nicht ungültig. Wir stehen weiterhin dafür ein, dass jede Person nach ihren Möglichkeiten zahlt – ohne Bewertung :)

Trinkgeld wie in anderen Gastronomien haben wir nicht. In unserer Welt kommt Trinkgeld eigentlich aus einer ungerechten Denkweise, denn es suggeriert, dass die Angestellten zu wenig verdienen und davon abhängig sind bzw. darauf aus sind. Mit dem offenen Preiskonzept und unserem Verein als Träger des Cafés hast du nun die große Chance, selbst zu beeinflussen, wie viel das Team verdient. Denn je mehr Einnahmen wir verzeichnen, desto eher können wir es allen im Team zugutekommen lassen und die Löhne erhöhen.

TRITT‘ MIT UNS IN KONTAKT UND SCHREIB‘ UNS, WENN DIR NOCH ETWAS AUF DEM HERZEN LIEGT :-)

Auch wir sind lernend und nichts ist perfekt. Einen Café-Betrieb mit bezahlter Arbeit über ein offenes, solidarisches Preismodell zu finanzieren, war von Anfang an ein Experiment. Mit dem Konzept wollen wir was anstoßen und Impulse geben, bestehende Logiken zu hinterfragen und kritisch einzuordnen. Dass es seit 2019 funktioniert, lässt uns total dankbar fühlen und liegt vor allem an so tollen Gästen, die dieses Prinzip von gemeinwohlorientiertem Wirtschaften mit ihren täglichen Besuchen unterstützen und wertschätzen. Danke an jede:n Einzelne:n! 

TRITT‘ MIT UNS IN KONTAKT UND SCHREIB‘ UNS, WENN DIR NOCH ETWAS AUF DEM HERZEN LIEGT :-)

Auch wir sind lernend und nichts ist perfekt. Einen Café-Betrieb mit bezahlter Arbeit über ein offenes, solidarisches Preismodell zu finanzieren, war von Anfang an ein Experiment. Mit dem Konzept wollen wir was anstoßen und Impulse geben, bestehende Logiken zu hinterfragen und kritisch einzuordnen. Dass es seit 2019 funktioniert, lässt uns total dankbar fühlen und liegt vor allem an so tollen Gästen, die dieses Prinzip von gemeinwohlorientiertem Wirtschaften mit ihren täglichen Besuchen unterstützen und wertschätzen. Danke an jede:n Einzelne:n!